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Spitze Blattern (Wilde Blattern, Windpocken, Varizellen)

21. August 2013

Autor: Redaktion Babywelten

geprüft von den Babywelten-Experten

Spitze Blattern (wilde Blattern oder Windpocken, Varizellen) gehören zu den verbreitetsten Infektionskrankheiten. Im Kindsalter verläuft sie meist harmlos.

Spitze Blattern / Wilde Blattern / Windpocken ( Varizellen)

Spitze Blattern, Wilde Blattern oder Windpocken (Varizellen) sind eine hochansteckende Krankheit, die vom Varicella-Zoster-Virus ausgelöst wird. Die Viren werden über Atemwegströpfchen durch die Luft (oder durch Hautkontakt mit Bläschenflüssigkeit) sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Krankheit heisst auch Windpocken, weil sie auch über einige Meter in der Luft (durch Wind) übertragen werden kann.

Eine Varicella-Zoster-Virus-Infektion führt zwar in der Regel zu einer lebenslangen Immunität gegenüber Windpocken, aber die Viren bleiben dennoch im Körper und können später eine Gürtelrose (= Herpes zoster) auslösen.

Symptome und Verlauf

Wilde oder spitze Blattern (Windpocken) treten meist schon im Kindesalter als eine unangenehme aber im Allgemeinen leichte und gutartige Krankheit auf. Neugeborene und Babys etwa bis zum 3. Lebensmonat erkranken nur, wenn sie keinen Schutz durch die Mutter mitbekommen haben. Dies ist aber sehr selten, da 95% der Frauen gegen Windpocken immun sind.

Bereits zwei Tage, bevor der für Windpocken typische Ausschlag auftritt, kann eine infizierte Person den Virus auf andere übertragen. Die Ansteckbarkeit bleibt, bis die letzten Bläschen zu Krusten geworden sind.

Spitze Blattern / Windpocken

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Oben: Spitze Blattern, im unteren Bild im Windelbereich.
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Gürtelrose

Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung kann es zu dem typischen juckenden Hautausschlag kommen. Häufig treten zunächst kleine rote Punkte auf, die dann zu Bläschen werden, die schliesslich unter Krustenbildung austrocknen. Manche Kinder haben nur sehr wenige Bläschen und sind kaum krank, andere haben einen sehr ausgeprägten Ausschlag und hohes Fieber.

Gelegentlich können Komplikationen wie etwa bakterielle Hautinfektionen auftreten. Ernste Komplikationen (Lungenentzündungen und Kleinhirnentzündungen) sind selten.

Wenn die Krankheit erst im Erwachsenenalter auftritt, so ist das Risiko von Komplikationen höher. Ein besonderes Risiko besteht für schwangere Frauen – siehe weiter unten.

Gürtelrose

Wer einmal die Spitzen Blattern hatte, trägt das Virus sein Leben lang im Körper. Im höheren Alter oder während einer Immunschwäche kann das Virus wieder aktiviert werden, dann kommt es zu einer Gürtelrose (Herpes zoster). Dabei kommt es meist auf einer Körperseite zu einem sehr schmerzhaften streifenförmigen Hautausschlag mit Bläschen.

Behandlung von Spitzen Blattern / Windpocken

Die Behandlung von Windpocken oder Gürtelrose beschränkt sich in der Regel auf die Behandlung der Symptome. In besonderen Fällen kann ein Medikament, das die Virusvermehrung hemmt (Virostatikum) eingesetzt werden.

Gegen den Juckreiz helfen adstringierende Hautlotionen, Gels und Puder, die direkt auf die Bläschen aufgetragen werden können.

Als Hausmittelchen wird die Natron-Lösung empfohlen: Sie können ganz normales Backpulver in etwas Wasser auflösen und auf die Bläschen streichen. Manche Homöopathen empfehlen Sulfur, um das Immunsystem des Kindes zu stärken, und gegen den Juckreiz Rhus toxicodendron D30. Ziehen Sie Ihrem Baby oder Kind leichte Kleidung an und halten Sie die Wohnung eher kühl, das hilft, den Juckreiz zu mildern.

Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind so wenig wie möglich kratzt. Die Bläschen könnten sich entzünden und es können Narben zurückbleiben.

Wenn im Mund und Rachen juckende Bläschen entstehen kann Ihnen die Ärztin/der Arzt Tropfen gegen den Juckreiz geben.

Wenn Ihr Kind badet, trocknen Sie es nur tupfenderweise ab und achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu warm ist. Vor allem wenn Ihr Baby im Windelbereich viele Bläschen hat, kann ein kurzes Sitzbad in kühlem Wasser helfen. Sie können einen Teebeutel Schwarztee darin aufweichen, denn die Gerbsäure hilft, den Juckreiz zu stillen.

Vorbeugung

Es gibt eine Impfung gegen Varizellen, die ab dem 9. Lebensmonat zweimalig, im Abstand von mindestens vier Wochen, gegeben werden kann. Den Impfstoff gibt es einzeln oder in Kombination mit dem Masern, Mumps, Röteln-Impfstoff. Bei negativer oder unsicherer Windpocken-Anamnese können zur Bestimmung des Immunstatus die IgG-Antikörper bestimmt werden.

Vor allem, wenn Sie schwanger werden möchten, sollten Sie zuvor mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt genau abklären, ob Sie die Spitzen Blattern schon gehabt haben oder nicht. Siehe dazu unser Artikel Spitze Blattern (Varizellen) während der Schwangerschaft .

Verbreitung und Häufigkeit

Varicella-Zoster-Viren sind weltweit verbreitet. In der Schweiz treten Windpocken das ganze Jahr über auf. Praktisch die ganze erwachsene Bevölkerung (98 %) weist Antikörper gegen das Virus auf, hat also die Krankheit in der Kindheit durchgemacht. Rund 20 % davon erkranken später einmal im Leben an einer Gürtelrose.

Jährlich suchen ca. 20‘000 Kinder wegen Windpocken einen Arzt oder eine Ärztin auf. Auf 100'000 Erkrankte sterben etwa ein bis zwei Kinder an von den Windpocken verursachten Komplikationen.

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Quellen:

  • Bundesamt für Gesundheit, Windpocken, www.bag.admin.ch (Abrufdatum 6.2013)
  • Fotos: © 2013 Babywelten GmbH
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