So schütze ich mein Baby vor dem plötzlichen Kindstod

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 25. November 2015

Sie können den plötzlichen Kindstod nicht verhindern, aber sie können das Risiko möglichst gering halten. Babywelten hat 7 wichtigste Experten-Tipps zusammengestellt:

Sie können den Plötzlichen Kindstod nicht verhindern, aber sie können sehr viel tun, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Babywelten hat die wichtigsten sieben Tipps der Experten zusammengestellt:

1. Schlafen im eigenen Bett

plötzlicher kindstod, vermeiden, co-sleeping, bed-sharingDer ideale Ort zum Schlafen für Ihr Baby ist ein eigenes Bettchen in Ihrem Zimmer. Das kann eine Wiege, ein Stubenwagen oder auch ein Beibett sein, eine Art Kleinbett, das an die Seite Ihres Bettes befestigt wird. Immer mehr jedoch schlafen bereits Babys im Elternbett (Bedsharing).

Experten empfehlen jedoch, dass nichtrauchende Eltern in den ersten drei Lebensmonaten und rauchende Eltern im ganzen ersten Lebensjahr auf Bedsharing verzichten sollten. Denn hier droht die Gefahr von Überwärmung, dass die elterliche Ausatmungsluft vom Baby eingeatmet würde und das Baby Gefahr laufe, unter die Decke zu rutschen.

Eine Studie zeigt, dass 36% der Babys, die an Plötzlichem Kindstod sterben, zum Zeitpunkt des Todes gemeinsam mit einem Erwachsen in einem Bett geschlafen haben.

Als sehr hoch wird auch das Risiko des Co-Sleepings mit einem Erwachsenen auf dem Sofa eingeschätzt, sofern der Erwachsene mehr als zwei Einheiten Alkohol konsumiert hat. Hier finden Sie Angaben zu den "Einheiten Alkohol".

2. Schlafen auf dem Rücken

plötzlciher kindstod, vermeiden, schlafen auf rückenLegen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer auf den Rücken. Gemäss Studien ist das Risiko bei einer Bauchlage doppelt so hoch wie bei der Rückenlage.

Ziehen Sie Ihr Baby an den Füssen bis zum Ende des Bettchens. So können Sie auch sicherstellen, dass es nicht irgendwann unter die Decke rutscht. Oder ziehen Sie ihrem Baby einen Schlafsack an, dann brauchen Sie keine Angst zu haben, dass es sein Gesichtchen mit der Decke zudeckt.

Beim ständigen Liegen auf dem Rücken, kann es vorkommen, dass sich der Babykopf leicht verformt. Lesen Sie mehr dazu: Verformung des Babyschädels (Plagiozephalie).

3. Feste Unterlage, keine Kissen

Legen Sie Ihr Baby auf eine feste Unterlage. Ihr Baby braucht auch kein Kopfkissen, sondern soll den Kopf direkt auf die Unterlage legen. Auch sollten Sie auf Fellunterlagen oder ähnliches verzichten. Auch ein Wasserbett wird nicht empfohlen.

Verzichten Sie im ersten Lebensjahr auch darauf, Ihrem Baby Stofftiere mit ins Bett zu geben. Diese könnten sein Gesichtchen bedecken und es am Atmen hindern.

Ebenso sollten Sie die Bettumrandung entfernen, sobald Ihr Baby sich zu drehen beginnt. Gemäss einer Studie sind 48 Fälle von plötzlichem Kindstod zwischen 1985 und 2012 auf die Umrandungen von Gitterbettchen zurückzuführen. Denn es besteht die Gefahr, dass Ihr Baby sein Gesicht in der weichen Schutzumrandung vergräbt und dabei ersticken könnte.


Artikel teilen:

Quellen:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Passivrauchende Kinder in Deutschland – frühe Schädigung für ein ganzes Leben, 2003, www.dkfz.de (18.12.13)
  • K.-H. Deeg, A. Reisig: „Dopplersonografisches Screening der Blutströmung in der Arteria basilaris während Kopfrotation reduziert das Risiko für den plötzlichen Kindstod. “ Ultraschall Med 31 (2010), 506-14, www.ncbi.nlm.nih.gov (18.12.13)
  • Trowitzsch E, Jorch G, Schlüter B, Andler W: Der plötzliche , unerwartete Säuglingstod- Risikofaktoren und Präventivmaßnahmen. Kinderarzt 1992; 5: 3-6.
  • NJ Scheers, Crib Bumpers Continue to Cause Infant Deaths: A Need for a New Preventive Approach, doi.org/10.1016/j.jpeds.2015.10.050, www.jpeds.com(15)01284-6/abstract (24.11.2015)
  • Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie (SGP), Bedsharing und plötzlicher Kindstod: Aktuelle Empfehlungen, 2013, www.swiss-paediatrics.org (18.12.13)
  • Gesundheits-Tipp "Ein Kompletter Unsinn", Nr. 9 2015, Seite 16
  • William Sears, MD: Nighttime Parenting and Sudden Infant Death Syndromem, NEW BEGINNINGS, Vol. 16 No. 3, May-June 1999, S. 68–70, www.llli.org (18.12.13)
  • Blair SP u.a. Beds-Sharin ohne Vorliegen von Risikofaktoren: Besteht ein Risiko für Plötzlichen Kindstod?, PLoS ONE 9(9): e107799
  • Foto: Jeanette Dietl
  • Foto: Manujel Tennert/Micha Klootwijk by Fotolia - Babwelten GmbH