

Habe ich genug Milch für mein Baby?
Fragen und Antworten rund um die Angst, zu wenig Milch zu haben
Beim Ausstreichen kommt nur sehr wenig Milch.
Das muss kein Anzeichen für eine geringe Milchmenge sein. Ausstreichen per Hand oder mit der Pumpe entleert die Brust längst nicht so effektiv wie das Baby.
Ich spüre den Milchspendereflex nicht.
Das ist kein Grund zur Annahme, dass Sie keinen Milchspendereflex haben. Die meisten Mütter spüren den Milchspendereflex auch nur in den ersten Tagen oder Wochen. Andere Mütter gar nie.
Mein Baby schreit plötzlich viel mehr als sonst.
Ihr Baby hat nicht immer gleich viel Hunger und es gibt Phasen, wo es besonders viel trinkt. Vor allem während den Wachstumsschüben mit rund zehn Tagen, sechs Wochen und zwölf Wochen wird Ihr Baby mehr Durst haben. Legen Sie es häufiger an, dann steigt auch Ihre Milchproduktion, bis sie sich den neuen Bedürfnissen Ihres Babys angepasst hat.
Mein Baby ist so schwach und zierlich.
Auch wenn ein Kind zierlicher ist als andere, kann es genügend Milch bekommen. Manche Kinder haben aber auch weniger Appetit als andere und es gibt genetisch festgelegte Wachstumsunterschiede. Hauptsache, Ihr Baby ist gesund und entwickelt sich altersgemäss. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall Ihre Kinderärztin/Kinderarzt oder Ihre Hebamme.
Lesen Sie auch unsere 9 Tipps, damit Ihr Baby satt wird.
Medizinische Probleme
In sehr seltenen Fällen gibt es medizinische Probleme, die dazu führen, dass ein Baby zu wenig Milch bekommt. Die möglichen Gründe:
- Plazentareste in der Gebärmutter
- Grosser Blutverlust bei der Geburt
- Eisenmangel
- Hormonstörungen wie Unterfunktion der Schilddrüse oder eine unentdeckte Insulin-Resistenz, bzw. das polyzystische Ovarsyndrom (PCO-Syndrom)
- Wochenbettdepression
- Diabetes I oder II
- Medikamente: Bitte klären Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, bzw. in der Apotheke ab, ob sich das Medikament, das Sie nehmen müssen, mit dem Stillen verträgt
- Genussmittel/Drogen (Alkohol, Nikotin etc.)
- Intensive Diät bzw. massive Fehlernährung
- Stress und Angstzustände
- Operationen / Verletzungen: Wenn bei einer Operation die Milchkanäle durchtrennt werden, kann die Brust nicht mehr entleert werden. Vor allem bei einer Schnittführung um die Brustwarze herum, werden sehr oft die Milchkanäle durchtrennt, sodass die Frau danach gar nicht mehr stillen kann. Allerdings ist dieses Phänomen schon länger bekannt, sodass heute bei Brustvergrösserungen oder -verkleinerungen die Schnitt so geführt werden, dass die Frauen im Normalfall noch stillen können.
Es gibt auch seltene Fälle, bei denen die Brust tatsächlich nicht in der Lage ist, genug Milch zu produzieren, weil nicht genug Milchdrüsengewebe vorhanden ist. Dieser Verdacht besteht, wenn bei einer Frau die Brust während der Schwangerschaft nicht grösser wird. Tubuläre und konische Brustformen können ein Hinweis auf unzureichendes Brustdrüsengewebe darstellen. Manchmal ist auch bei Hohlwarzen die Anzahl der Milchgänge stark reduziert. Bei solchen Problemen sollten Sie Kontakt mit einer Stillberaterin aufnehmen. Mit ihrer Unterstützung besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, voll oder teilweise stillen zu können.
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Quellen:
- Still-Lexikon, Zsuzsa Bauer,2002-2008, www.still-lexikon.de (Abrufdatum 5.2013)
- Wochenbettbetreuung online www.wochenbettbetreuung.ch (Abrufdatum 3.0213)
- Fotos: Tamara/Fotowerk - Fotolia.com




