Checkliste: Formalitäten vor und nach der Geburt

  • Autor: Philipp Meier
  • Veröffentlicht am 12. Januar 2017

Auch wenn sich werdende Eltern 24 Stunden damit beschäfitgen, sich auf das Baby zu freuen, gibt es doch sowohl vor als auch nach der Geburt einige Formalitäten zu regeln. Die Checkliste von Babywelten gibt Ihnen einen Überblick über notwendige Schritte.

Das neue Leben wächst und gedeiht im Bauch der Mutter und auch wenn werdende Eltern 24 Stunden am Tag damit zubringen könnten, sich auf das Kleine zu freuen, gibt es doch sowohl vor als auch nach der Geburt einige Formalitäten zu regeln. Die Checkliste von Babywelten gibt Ihnen einen Überblick über notwendige Schritte.

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Damit frischgebackene Eltern nach der Geburt
entspannt das Glück geniessen können, sollten
gewisse Dinge vorhererledigt werden. Viele
Formalitäten können bereits vor der Geburt
abgehakt werden, so dass hinterher der Kopf
frei für die wichtigen Dinge ist.

1. Arbeit

Wenn Sie als Mutter berufstätig sind, haben Sie Anspruch auf Mutterschaftsurlaub: Dieser beträgt 14 Wochen nach der Geburt. Dafür sollten folgende Punkte erledigt werden.

  • Den Chef informieren. Dafür sollte am besten das erste Trimester abgewartet werden, da dann die Schwangerschaft stabiler ist als in den ersten Wochen, die Chancen einer Fehlgeburt sind deutlich geringer – vorausgesetzt es handelt sich um eine Arbeit, die auch schwanger ausgeführt werden kann. Ab dem Moment der Mitteilung an den Chef geniesst die werdende Mutter Kündigungsschutz, der bis zur 16. Woche nach der Geburt geht.
  • Gedanken darüber machen, wie das Arbeitsleben mitKind aussehen soll. Den Vorgesetzten und die Personalabteilung direkt darüber zu informieren, wie sich eine künftige Mitarbeit gestalten könnte, erleichtert die Planung für das Unternehmen und stärkt das Vertrauensverhältnis.
  • Wenn nach der Geburt keine Rückkehr zur Arbeitsstelle geplant ist, sollte der Kündigungszeitpunkt genau überdacht und besprochen werden: diese Tabelle bietet einen Überblick über den besten Zeitpunkt, damit Kündigungsschutz und bezahlter Mutterschaftsurlaub optimal genutzt sind.

Werdende Mütter, die in einem Arbeitsverhältnis
stehen, sollten ihren Chef kurz nach Ablauf des
dritten Monatsüber die Schwangerschaft
informieren. Sie stehen unter Kündigungsschutz,
sollten jedoch bereits darüber nachdenken,
was nach der Geburt sein wird.

2. Zahlungen

Eltern steht eine Familienzulage zu, eine monatliche Zahlung pro Kind, die sich je nach Kanton und Kinderanzahl auf 200 bis 400 Franken beläuft. Diese wird bis zum Ende des 16. Lebensjahres ausgezahlt, je nach Ausbildung und Verdienst auch bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

  • Beantragung für Arbeitnehmer: Hier läuft die Beantragung über den Arbeitgeber. Dazu muss der entsprechende Antrag in dem Unternehmen eingereicht und von dort aus an die Familienausgleichskasse weitergeleitet werden.
  • Beantragung für Selbstständige: Die AHV-Ausgleichskasse des Wohnkantons stellt das Antragsformular auf ihrer Internetseite zur Verfügung. Hier gibt es beispielsweise die für den Kanton Zürich.
  • Beantragung für Nichterwerbstätige: Auch hier geht die Anmeldung über das jeweilige Formular, das an die Familienausgleichskasse geschickt wird – dafür muss die Wohngemeinde im Vorfeld bestätigen, dass niemand sonst für das betreffende Kind die Familienzulage erhält.
  • Arbeitnehmerinnen wird zusätzlich der Mutterschaftsurlaub mit bis zu 80% ihres Einkommens vergütet: dies läuft automatisch über den Arbeitgeber.

3. Versicherungen

Damit Mutter und Kind optimal abgesichert sind, sollte rechtzeitig für die richtige Versicherung gesorgt werden.

  • Das Baby sollte schon vor der Geburt bei der Krankenkasse abgesichert werden. Die Grundsicherung übernimmt dann alles, was medizinisch notwendig ist. Zwar lässt sich ein Versicherungsschutz auch rückwirkend abschliessen, die Prämien müssen jedoch nachgezahlt werden und fallen je nach Frist eventuell höher aus. Auch ist eine optimale Absicherung im Falle von Komplikationen nur dann gewährleistet, wenn das Baby bereits vorher angemeldet war. Acht Vorsorgeuntersuchungen werden bis zum Vorschulalter übernommen. Zusatzversicherungen für Kinder gibt es, sie sind jedoch optional.
  • Eine private Haftpflichtversicherung für Familien ist sinnvoll, da gerade bei Kindern oftmals unabsichtliche Schäden entstehen, wie beispielsweise beim Ballspielen. Familienversicherungen decken dabei alle im Haushalt lebenden Kinder bis zum 25. Lebensjahr ab.

Für den Fall, dass in den ersten Tagen
Komplikationen auftreten
sollten, ist es
gut, wenn die Krankenversicherung bereits
über das neue Familienmitglied informiert ist.

4. Anmeldung und Ämter

Der neue Erdenbürger muss eingetragen und damit offiziell angemeldet werden. Diese wichtigen Schritte werden beim Zivilstandesamt erledigt.

  • Anmeldung: Die Registrierung des Kindes erfolgt auf dem Zivilstandesamt des Ortes, wo das Baby zur Welt gekommen ist. Bei einer Geburt im Spital oder dem Geburtshaus werden die Papiere von den Eltern ausgefüllt und anschliessend von dem dortigen Personal weiter bearbeitet. Bei einer Hausgeburt kann das der Arzt oder die Hebamme übernehmen oder eins der Elternteile. Die Registrierung kann bis zu drei Tagen nach der Geburt erledigt werden. Dazu werden bei verheirateten Schweizer-Eltern benötigt:
    • Familienausweis/Familienbüchlein bzw. Trauschein
    • Niederlassungsbescheinigung
  • Für unverheiratete oder ausländische Eltern werden weitere Dokumente benötigt. Auch das Bürgerrecht wird dabei festgelegt. Ist ein oder beide Elternteile Schweizer, erhält das Kind zunächst das Schweizer Bürgerrecht. Ist ein Elternteil Ausländer, kann das Kind auch dieses Bürgerrecht oder gegebenenfalls auch eine Doppelbürgerschaft erwerben.
  • Anerkennung der Vaterschaft: Sind die Eltern nicht verheiratet, muss der Vater auf dem Zivilstandesamt die Vaterschaft offiziell anerkennen lassen. Das geht bis zu einem Monat nach der Geburt oder aber bereits vor der Geburt. Wird das nicht erledigt, informiert das Zivilstandesamt die Kindesschutzbehörde, die dann über einen Beistand, der für das Kind benannt wird, die Vaterschaftsverhältnisse feststellen - notfalls gerichtlich. Der biologische Vater wird dann entsprechend dazu verpflichtet, die Vaterschaft anzuerkennen und Unterhaltszahlungen zu leisten.
  • Festlegung des Vor- und Nachnamen: Bei der Registrierung muss das Kind namentlich eingetragen werden. Der Vorname ist innerhalb der zugelassenen Grenzen frei wählbar, der Nachname hingegen hängt von den Eltern ab. Bei verheirateten Eltern gleichen Namens ist es immer dieser, bei Doppelname eines Elternteils ist es der gemeinsame Name, ausser der ledige Name wird dem Namen des Ehepartners voran gestellt: dann ist der Name wählbar.
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Quellen:

  • Bild 1: ©detailblick-foto fotolia.de (#101069196)
  • Bild 2: ©Andrey Popov fotolia.de (#101350359)
  • Bild 3: ©Tobilander fotolia.de (#71275727)