Was sind Kopfläuse?

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 12. September 2014

Rund jedes zehnte Kind in der Schweiz hat einmal Kopfläuse. Das hat nichts mit Hygiene zu tun.

Die Ansteckung mit Läusen

Kopfläuse können nicht springen oder fliegen. Sie können nur krabbeln. Deshalb erfolgt die Ansteckung nur von Kopf zu Kopf, das heisst, indem die Kinder die „Köpfe zusammenstecken“. Denn nachdem sich die Läuse mit Blut vollgesaugt haben, wandern sie zum Haarende und warten auf einen „neuen Kopf“, auf den sie rüber krabbeln können.

Höchst selten werden daher Kopfläuse durch gemeinsam benutzte Kopfkissen, Handtücher oder Kämme von einem Kopf zum nächsten übertragen. Auch Stofftiere, Mützen und Ohrenschützer sind für die Übertragung praktisch ohne Belang: Forscher untersuchten 1‘000 Kopfbedeckungen von Schulkindern und fanden nicht eine einzige Laus – dagegen sammelten sie 5‘500 Läuse von den Köpfen der Schüler, die diese Mützen getragen hatten. Das gleiche gilt für Stühle oder Sofas, auf denen die Kinder sitzen.

Wie kann ich mein Kind vor Läusen schützen?

Im Grunde können Sie Ihr Kind gar nicht schützen. Denn ein Läusebefall hat weder etwas mit langen oder kurzen Haaren, noch mit Hygiene zu tun. So können die Lausweibchen selbst bei täglichem Haarewaschen und Kämmen ihre Eier an die Haare kleben.

Es gibt jedoch ein paar Massnahmen, die das Risiko einer Ansteckung mindern können. Eine Ansteckung gänzlich verhindern können Sie damit aber auch nicht:

  • Kurze Haare: Wenn schon kurze Haare, dann kürzer als 2 cm. So können sich die Läuse nicht mehr festhalten.
  • Lange Haare: Binden Sie die Haare zusammen. So können Sie sich sowohl vor einer Ansteckung wie auch vor einer weiteren Verbreitung schützen, da die Läuse immer nur von Haar zu Haar klettern, um den Kopf zu wechseln.
  • Regelmässige Kontrollen: Kontrollieren Sie die Kopfhaut Ihres Kindes mindestens einmal im Monat und suchen Sie sie nach Nissen oder Läusen ab. Je früher Sie einen Lausbefall entdecken, desto einfacher lässt er sich behandeln.
  • Weidenrinden-Shampoo: Waschen Sie die Haare mit einem Shampoo aus Weidenrinde und Thymian, das wirkt vorbeugend gegen Parasiten.

Von vorbeugenden Massnahmen beispielsweise mit einem chemischen Lausshampoo raten Ihnen Experten jedoch ab. Dies schützt Ihr Kind nicht, sondern belastet nur die Kopfhaut und die Umwelt mit Pestiziden. Und schlussendlich trägt es dazu bei, dass die Läuse weitere Resistenzen entwickeln.

Wie merke ich, dass mein Kind Läuse hat?

Eines der häufigsten Anzeichen, dass Ihr Kind Kopfläuse hat, ist ein Jucken am Kopf und im Nacken. Aber das muss nicht sein. Denn das Jucken kann erst Wochen nach dem Befall auftreten.

Das sicherste Zeichen sind die Läuse und Nissen selbst, die Sie im Haar Ihres Kindes entdecken. Deshalb sollten Sie die Kopfhaut Ihres Kindes regelmässig kontrollieren – mindestens einmal im Monat. Sicher aber, wenn in der Krippe, im Chindsgi oder der Schule bereits Kopfläusefälle aufgetreten sind.

So erkennen Sie Läuse

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Ausgewachsene männliche (links) und weibliche Kopflaus neben Zündhölzli.

Zu Beginn werden Sie auf dem Kopf Ihres Kindes vor allem Nissen finden. Diese sind kleiner als 2 Millimeter und befinden sich meist ganz unten am Haaransatz. Die Läuse selbst sind etwa so gross wie ein Sesamkorn.

Nissen

Wegen der weissen bis bräunlichen Farbe werden die Nissen oft für Schuppen gehalten. Doch es gibt Unterschiede:

  • Schuppen sind weisslich, unregelmässig begrenzt oder umgeben den Haarschaft. Sie lassen sich leicht vom Haar abstreifen.
  • Nissen sind transparent bis bräunliche Eier, oval, die sich nur schwer vom Haar streifen lassen, da sie von den Läusen ans Haar geklebt wurden. Kopfläuse sind eher schwieriger im Haar zu entdecken, da sie bei Licht rasch in den Schatten flüchten. Wenn Sie also das Haar zur Seite kämmen, werden die Läuse versuchen, sich im nächsten Haarbüschel zu verstecken.

Kopfläuse

Kopfläuse sind 2 bis 4mm gross. Nach dem Schlüpfen transparent, nach der Einnahme der ersten Blutmahlzeit rot, später bräunlich. Ihre Farbe variiert also je nach Verdauungszustand.

Am besten finden Sie Läuse mit einem Lauskamm im nassen und mit einer normalen Haarspülung eingeschmierten Haar.

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Quellen:

  • David L Reed , Genetic Analysis of Lice Supports Direct Contact between Modern and Archaic Humans, www.plosbiology.org (8.2.2014)
  • Informationsseite Kopflaus.ch, www.kopflaus.ch (8.2.2014)