

Ablauf einer Insemination (IUI)
Die Insemination
Kurz vor dem Eisprung findet dann die IUI statt. Ihr Partner masturbiert in der Klinik oder der Praxis in einen Becher. Es gibt auch Ärtzinnen/Ärzte, die geben einem Paar einen Becher mit nach Hause, sodass Sie in trauter Zweisamkeit zusammen zur Ejakulation kommen können. Der verschlossene Becher muss danach allerdings bei Körperwärme (am besten tragen Sie ihn nahe am Körper) raschmöglichst in die Praxis gebracht werden.
In der Praxis oder der Klinik werden die Spermien "gewaschen" und aufbereitet. Dabei wird das Plasma von den Spermien getrennt, so dass eine reine Lösung von Samenfäden in einem speziellen Kulturmedium übrigbleibt. Dazu mischt man das Ejakulat mit einem Kulturmedium und zentrifugiert es anschliessend. Die schweren Spermien sinken zum Boden ab. Nun wird von oben die Flüssigkeit abgesaugt, sodass nur noch die Spermien übrig bleiben. Sie werden wiederum in einer Kulturflüssigkeit aufgelöst.
Nun schwimmen die beweglichen Samenfäden oben auf. Mit einer dünnen Kanüle werden sie abgesaugt und schliesslich Ihnen mit Hilfe eines Katheters (dünner Schlauch) durch den Gebärmutterhals direkt in Ihre Gebärmutter in die Nähe der Eileiter gesetzt. Dies ist schmerzlos und geschieht ohne Narkose.
Wenn die Gründe für Ihre Unfruchtbarkeit nicht bekannt sind, kann das Sperma mit einer grösseren Menge Flüssigkeit als gewöhnlich eingesetzt werden, damit es leichter in den Eileiter gleiten kann. Diese Technik dauert ein paar Minuten länger als das Standardverfahren und wird "fallopian sperm perfusion" genannt. Es hat sich in einigen Fällen erwiesen, dass die Erfolgschancen sich bei nicht zu erklärender Unfruchtbarkeit durch diese Methode erhöhen.
Bisher nahm man an, dass es gut ist, wenn die Frau nach der Insemination noch für einige Minuten liegen bliebt, damit das nicht gleich wieder aus der Gebärmutter läuft. Heute sind sich die Wissenschaftler uneins. Während eine Studie aus 2009 gezeigt hat, dass Frauen, die nach einer Insemination noch 15 Minuten lang auf dem Rücken liegen bleiben, eher schwanger wurden (die Rate stieg von 17 auf 27 Prozent), zeigt eine neue Studie von 2015 das Gegenteil: Hier wurden 32,2% schwanger, nachdem sie rund 15 Minuten nach der IUI noch liegen blieben. Von den Frauen, die aber sofort wieder ausgestanden sind, wurden 40,3 % schwanger.
Das lange Warten
Und nun heisst es, rund zwei lange Wochen zu warten, bis der erste Schwangerschaftstest gemacht werden kann. Versuchen Sie sich während dieser Zeit öfters zu entspannen. Schlafen Sie genügend, nehmen Sie die Folsäure-Präparate und essen Sie ausgewogen und gesund – beachten Sie unsere Checkliste der 20 wichtigsten Tipps für die Schwangerschaft.
Wir drücken die Daumen, dass es am Ende der Zeit heisst: Herzlichen Glückwunsch, Sie bekommen ein Baby!
Hier finden Sie mehr Informationen zur Insemination
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Quellen:
- Universitätsspital Zürich, Broschüre „Kinderwunsch“, 8. 2011
- Collaborating Centre for Women's and Children's Health. London. Fertility: assessment and treatment for people with fertility problems (8.2009)
- EUROPEAN SOCIETY OF HUMAN REPRODUCTION AND EMBRYOLOGY, A short period of bed rest after intrauterine insemination makes no difference to pregnancy rates, Juli 2016, www.eurekalert.org (Abrufdatum 15.7.2016)
- Fotos: © Monkey Business - Fotolia.com


