Hormonelle Behandlung

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 4. November 2013

Bei vielen Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit sind die Ursachen hormonelle Störungen: Eizellen reifen nicht richtig, der Eisprung bleibt aus oder die Gebärmutterschleimhaut ist nicht für das Ei bereit. Babywelten erklärt, was dagegen getan werden kann.

Bei etwa 30 bis 40% der Frauen, die ungewollt kinderlos sind, ist die Ursache bei hormonellen Störungen zu suchen. Das kann bewirken, dass keine Eizellen (Follikel) produziert werden, der Eisprung nicht stattfindet oder die befruchtete Eizelle sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann, weil diese nicht bereit dazu ist.

Die meisten Frauen brauchen drei bis sechs Behandlungszyklen, bis sie schwanger werden. Allerdings erhöht sich die Erfolgsquote nicht, wenn Sie die Medikamente länger nehmen. Die Grundversicherungen der Krankenkasse übernehmen im Normalfall die Kosten für die Hormontherapie für sechs bis 12 Zyklen pro Schwangerschaft.

Die Chancen auf eine Schwangerschaft liegen bei rund 30 Prozent.

Folgende Hormone werden eingesetzt:

Follitropin FSH (follikelstimulierendes Hormon)

Das follikelstimulierende Hormon FSH wird von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet, kann aber auch synthetisch hergestellt werden. Es regt die Eierstöcke zu einer vermehrten Eizellreifung an und wird während den ersten 10 bis 13 Tagen nach dem Periodenbeginn genommen.

Dazu müssen Sie sich selbst – oder Ihr Partner Ihnen – eine kleine Spritze geben. Die Spritze ist nahezu schmerzlos. Manchmal werden auch Tabletten abgegeben.

Beim Mann regt Follitropin die Spermienbildung an.

Lutropin LH (Luteinisierende Hormon)

Das luteinisierende Hormon (LH) fördert den Eisprung und die Gelbkörperbildung: Sobald das Eibläschen (Follikel) reif ist, gibt Ihre Hirnanhangsdrüse das luteinisierende Hormon (LH) frei. Es signalisiert Ihren Eierstöcken, dass es nun Zeit ist, die reife Eizelle von seinem Follikel freizusetzen (Eisprung).

Das luteinisierende Hormon kann auch beim Mann die Reifung und Produktion von Spermien anregen.

Clomifen

Clomifencitrat ist ein weisses bis hellgelbes kristallines Pulver, das lichtempfindlich und schwer löslich in Wasser ist. Es bewirkt die Freisetzung der beiden Hormone FSH und LH, die für die Stimulation der Eierstöcke und den Eisprung verantwortlich sind. Clomifencitrat kann als Tablette eingenommen werden (Chomid, Serophene).

Ab dem 3. bis 7. Zyklustag wird abends täglich eine Tablette eingenommen. Am 12. Zyklustag kontrolliert Ihre Ärztin/Ihr Arzt, ob sich Eibläschen gebildet haben und ob diese reif für den Eisprung sind.


Artikel teilen:

Quellen:

  • Frauenärzte im Netz www.frauenaerzte-im-netz.de (3.2013)
  • Platteau P, Nyboe Andersen A, Loft A, Smitz J, Danglas P, Devroey P. "Highly purified HMG versus recombinant FSH for ovarian stimulation in IVF cycles". Reprod Biomed Online. (8.2008)
  • Universitätsspital Zürich, Broschüre „Kinderwunsch“ (8. 2011)