Hormonelle Behandlung

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 8. November 2019

Bei vielen Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit sind die Ursachen hormonelle Störungen: Eizellen reifen nicht richtig, der Eisprung bleibt aus oder die Gebärmutterschleimhaut ist nicht für das Ei bereit. Babywelten erklärt, was dagegen getan werden kann.

Menotropin hMG (humanes Menopausen-Gonadotropin)

Das humane Menopausen-Gonadotropin hMG wird aus menschlichem Urin gewonnen und enthält die beiden Gonadotropine LH und FSH. Es stimuliert die Eierstöcke und regt die Follikelreifung an.

Menotropin müssen Sie vom ersten Tag der Periode an sich selbst spritzen, bzw. von Ihrem Partner spritzen lassen während rund sieben bis 12 Tagen. Das hängt davon ab, wie lange die Eizellen bis zur Reife brauchen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird die Follikel im Ultraschall und mit Bluttests beobachten. Sind mindestens ein aber nicht mehr als drei Eier reif, werden Sie eine Injektion mit hCG erhalten, um den Eisprung auszulösen.

Gonadotropin hCG (humanes Choriongonadotropin)

Das humane Choriongonadotropin hCG hilft dem Eisprung auf die Sprünge (Injektion zB. Ovitrelle). Rund 40 Stunden nach der Injektion wird Ihr Ei (oder Ihre Eier) springen.

Sie sollten in dieser Zeit nun Geschlechtsverkehr haben, bzw. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird nun möglicherweise eine Insemination durchführen.

Kontrolle im Ultraschall

Während der Hormontherapie wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt das Wachstum der Eiblässchen (Follikel) im Ultraschall verfolgen. Gleichzeitig werden mit einem Bluttest Ihre Hormonwerte festgestellt. Je nachdem, wie hoch die Hormonwerte sind, wird die Dosierung der Medikamente entsprechend angepasst.

Risiko und Nebenwirkungen

Fruchtbarkeitsmedikamente können Stimmungsschwankungen, Anschwellen der Eierstöcke, Bauchschmerzen, Druckempfindlichkeit der Brust, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit, Depression, Gewichtszunahme und in selteneren Fällen Zysten am Eierstock auslösen.

Die häufigste und natürlichste Nebenwirkung ist das ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS): Wenn Ihre Eierstöcke zu stark auf die Hormone reagieren, können sie anschwellen. Dabei kann Flüssigkeit in Ihre Bauchhöhle gelangen. Sie haben dann ein Völlegefühl, fühlen sich aufgebläht. In diesem Falle sollten Sie sich bei Ihrer Ärtzin/Ihrem Arzt melden. Sie müssen dann vielleicht im Spital bleiben bis sich Ihre Eierstöcke beruhigt haben. Wahrscheinlich wird Ihnen sogar empfohlen, die Befruchtung für diesen Zyklus zu streichen, da das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu gross ist. Es kann aber auch zu Zystenbildung kommen

Bei einem Überstimulationssyndrom können typische Symptome der Wechseljahre (Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen) auftreten. Zudem können andere Organe wie die Gebärmutter negativ beeinflusst oder Ihr Zervixschleim sehr trocken werden, was die Spermien am Eindringen hindert.

Und nicht zuletzt besteht bei einer hormonellen Behandlung natürlich das Risiko, Mehrlinge zu erhalten, da unter Umständen mehr als nur eine einzige Eizelle heranreift. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Ihnen deshalb vielleicht sogar verbieten, Geschlechtsverkehr zu haben, wenn mehr als drei Follikel heranreifen.

Die Chance, Zwillinge zu erhalten liegt bei rund 20 Prozent.

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Quellen:

  • Frauenärzte im Netz www.frauenaerzte-im-netz.de (3.2013)
  • Platteau P, Nyboe Andersen A, Loft A, Smitz J, Danglas P, Devroey P. "Highly purified HMG versus recombinant FSH for ovarian stimulation in IVF cycles". Reprod Biomed Online. (8.2008)
  • Universitätsspital Zürich, Broschüre „Kinderwunsch“ (8. 2011)