

Nachteile und Risiken IVF (künstliche Befruchtung)
Erhöhtes Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft
Nebst dem Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft sind auch andere Risiko-Faktoren nach einer IVF erhöht. Allerdings kann das auch mit dem höheren Alter der Frauen zusammenhängen. Interessant war zu sehen, dass bei Eizellen, die vorher eingefroren waren, weniger Komplikationen rund um die Geburt auftraten. Das mag davon herrühren, dass eh nur die besonders robusten Eizellen die Kältelagerung gut überstehen. Das erhöhte Risiko:
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Fehlgeburt: Das Risiko für eine Fehlgeburt ist fast doppelt so hoch wie nach spontaner Empfängnis
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Frühgeburten und Todesfälle kamen doppelt so oft vor.
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niedriges Geburtsgewicht: Dreimal so oft kamen nach künstlicher Befruchtung Kinder mit niedrigem Gewicht zur Welt.
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Eileiterschwangerschaft : Obwohl der Embryo direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird, besteht bei einer IVF ein rund 5%-iges Risiko einer Eileiterschwangerschaft, selbst wenn die Eileiter nur noch zum Teil vorhanden sind.
- Fehlbildungen: Zudem ist es möglich, dass das kindliche Fehlbildungsrisiko und die Häufigkeit von Komplikationen bei der schwangeren Frau leicht erhöht sind. Allerdings können diese Probleme auch mit der ungewollten Kinderlosigkeit an sich im Zusammenhang stehen und nicht mit den Behandlungsmethoden IVF oder ICS
Spätfolgen der Invitro-Zeugung
Bisher ging man davon aus, dass IVF-Kinder genauso gesund sind, wie natürlich gezeugte Kinder. Doch inzwischen lassen verschiedene Studien aufhorchen.
- Gefässprobleme: Gemäss einer US-Studie haben Jugendliche, die nach einer IVF-Behandlung zur Welt gekommen sind, schon früh Probleme mit den Blutgefässen. Diese könnten später lebensgefährlich werden. 1 Diese Beobachtungen hat man auch im Berner Inselspital gemacht.2 Dort haben Ultraschallmessungen gezeigt, dass die Blutgefässe von künstlich gezeugten Kindern steifer waren und sich schwieriger bei Sauerstoffbedarf und durch Medikamentengabe weiten konnten. Zudem waren gewisse Schichten der Gefässwand dicker. Das könnte auf eine beginnende Gefässverkalkung hinweisen.
- Bluthochdruck: Ebenfalls ergab die Berner Studie, dass Petrischalenkinder etwas höheren Blutdruck haben. Ein höherer Blutdruck schädigt die Blutgefässe und gilt als ein Hauptrisikofaktor für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Acht der 52 untersuchten Invitro-Kinder hatten bereits Bluthochdruck. Bei den natürlich gezeugten Kindern waren es nur eins von 40. Damit hätten Invitro-Kinder ein sehr viel höheres Risiko, früh an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu erkranken.
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Quellen:
- 1 Théo A. Meister u.a., Association of Assisted Reproductive Technologies With Arterial Hypertension During Adolescence, DOI: 10.1016/j.jacc.2018.06.060, www.onlinejacc.org (Abrufdatum 2.6.2019)
- 2 Urs Scherrer u.a., Systemic and Pulmonary Vascular Dysfunction in Children Conceived by Assisted Reproductive Technologies, DOI/10.1161/CIRCULATIONAHA.111.071183Circulation. 2012, www.ahajournals.org (2.6.2019)
- Andrew D. u.a., Live-Birth Rate Associated With Repeat In Vitro Fertilization Treatment Cycles, doi:10.1001/jama.2015.17296, jama.jamanetwork.com (Abrufdatum 27.12.2015)
- Bundesamt für Statistik, Medizinisch unterstützte Fortpflanzung, www.bfs.admin.ch (23.3.2016)
- Universitätsspital Zürich, Broschüre „Kinderwunsch“ (8. 2011) / www.repro-endo.usz.ch
- Wunschkinder, www.wunschkinder.net (3.2013)
- Fotos: © Monkey Business - Fotolia.com






