Chromosomenanalyse

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 1. März 2013

Chromosomenanalyse: Unter dem Mikroskop werden die aus den Zellen gewonnenen Chromosomensätze in ihrer Anzahl und mikroskopischen Struktur analysiert. Liegt z.B. ein Chromosom zu viel vor, spricht man von einer Trisomie. Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) finden sich drei Chromosomen 21. Babywelten erklärt die weiteren Störungen.

In den aus einem pränatalen Bluttest, einer Chorionbiopsie, Aminozentese oder Chordozentese gewonnenen Blut- oder Gewebeproben werden die Chromosomen mittels Kulturanzüchtung in eine im Mikroskop sichtbare Form gebracht. Diese Kultivierung dauert unterschiedlich lange:

  • Chorionzotten, Fetalblut 3-5 Tage
  • Amnionzellen 12-14 Tage

Unter dem Mikroskop werden dann die aus den Zellen Ihres Babys gewonnenen Chromosomensätzes in ihrer Anzahl und mikroskopischen Struktur analysiert. Liegt z.B. ein Chromosom zu viel vor, spricht man von einer Trisomie. Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) finden sich drei Chromosomen 21.

chromosomenpaare, chromosomenanalyse, schwangerGrundlage für die Untersuchung sind die DNA-Fäden (DNA = Erbsubstanz). Diese sind normalerweise in jeder menschlichen Zelle ca. einen Meter lang (Nebenbei für Statistiker: Da der Mensch rund 10 Billionen Zellen hat, würden die DNA-Fäden aneinandergelegt eine Strecke von 10 Milliarden Kilometer ergeben. Das entspricht in etwa dem Durchmesser unseres Sonnensystems).

Die DNA-Fäden werden zu Paketen geformt, den Chromosomen. Normalerweise hat jeder Mensch in jeder Zelle 23 Chromosomenpaare. Davon stammt je ein Chromosom von der Mutter und je eines vom Vater.

Wie häufig sind Chromosomenstörungen?

Gemäss Statistik kommen Chromosomenstörungen häufiger vor, je älter Sie sind.

  • Schwanger mit 20 Jahren: Risiko für eine Erbsubstanzstörung 1:526, Down Syndrom (Trisomie 21) 1:1667.
  • Schwanger mit 30 Jahren: Risiko für eine Erbsubstanzstörung 1:909, Down Syndrom (Trisomie 21) 1:385.
  • Schwanger mit 35 Jahren: Risiko für eine Erbsubstanzstörung 1:178, Down Syndrom (Trisomie 21) 1:380.
  • Schwanger mit 38 Jahren: Risiko für eine Erbsubstanzstörung 1:105, Down Syndrom (Trisomie 21) 1:175.
  • Schwanger mit 40 Jahren: Risiko für eine Erbsubstanzstörung 1:63, Down Syndrom (Trisomie 21) 1:109.
  • Schwanger mit 45 Jahren: Risiko für eine Erbsubstanzstörung 1:19, Down Syndrom (Trisomie 21) 1:32.

Wie kann man eine Chromosomenstörung im Ultraschall sehen?

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Durchschnittliches Risiko

1:700

1:3000

1:5000

Kopfform

Brachyzephalie

Erdbeerform

Gesicht

Nasenbein fehlt

Gesichtsspalten, Mikrognathie

Gesichtsspalten, Zyklopie

Nackentransparenz

>3

>4

>5

Herz

AV-Kanal, echogener Fokus

div. Herzfehler

div. Herzfehler

Zwerchfell

Zwerchfellhernie

Rücken

Offener Rücken

Arme/Beine

Leicht verkürzter Femur (Oberschenkelknochen)

Verkürzte Röhrenknochen, überkreuzte Finder, Klumpfüsse, Wiegenkufenfüsse

Zusätzlicher Finger oder Zeh (postaxiale Polydaktylie)

Wachstum

Frühe Wachstumsverzögerung (Retardierung)

Frühe schwere Wachstumsverzögerung (Retardierung)

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Quellen:

  • Foto: Bolzer et al., (2005) Three-Dimensional Maps of All Chromosomes in Human Male Fibroblast Nuclei and Prometaphase Rosettes. PLoS Biol 3(5): e157 DOI: 10.1371/journal.pbio.0030157
  • Schweizerische Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, Broschüre Empfehlungen zur Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, revidiert 2011