Eineiige Zwillinge (monozygotisch)

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 14. September 2015

Eineiige Zwillinge sind ein Zufallsprodukt der Natur. Ihre Entstehung kann von aussen nicht beeinflusst werden.

Monochorial-monoamniote Zwillinge

monochorial-monoamniote ZwillingeFindet die Trennung erst nach dem 8. Tag nach der Befruchtung statt, so werden sich die Zwillinge die Fruchtblase und die Plazenta teilen. Auch hier besteht ein erhöhtes Risiko, dass eines der Babys unterversorgt wird (fetofetales Transfusionssyndrom).


Siamesische Zwillinge

Findet die Teilung erst nach dem 13. Tag nach der Befruchtung statt, kann sie oftmals nicht mehr vollständig erfolgen. So kommt es, dass gewisse Organe oder Glieder beider Babys gemeinsam sind - es kommt zu Siamesischen Zwillingen. Je nachdem, was sich die Babys teilen, können sie nach der Geburt operativ getrennt werden.

In seltenen Fällen teilen sich eineiige Zwillinge eine Fruchthöhle und Plazenta (monochoriale Zwillinge). In diesem Fall besteht ein erhöhtes Risiko, dass eines der Babys unterversorgt wird.

Eigenschaften von eineiigen Zwillingen

Eineiige Zwillinge sind im Normalfall immer entweder beides Mädchen oder beides Jungs, da sie aus einer einzigen, befruchteten Zelle hervorgehen. Ganz, ganz selten können es auch ein Junge und ein Mädchen sein, nämlich dann, wenn in der Entwicklung das Chromosom, das für das männliche Geschlecht verantwortlich ist, "verloren" gegangen ist.

Häufig sind eineiige Zwillinge körperlich kaum zu unterscheiden und auch charakterlich fast identisch. Dennoch können sie auch unterschiedliche Merkmale haben wie verschiedene Fingerabdrücke, Leberflecken oder Muttermale. Auch werden Sie als Eltern feststellen, dass sich die Zwillinge, je älter sie werden, desto mehr unterscheiden. So haben beispielsweise Umweltfaktoren, Ernährung, Krankheiten oder körperliche Aktivitäten Einfluss auf die Entwicklung der Kinder.

Man erklärt dieses Phänomen damit, dass sich die Gene auch später noch etwas unterschiedlich entwickeln können. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass chemische Substanden wie Enzyme die DNA-Substanz etwas verändern, jedoch ohne die Grundbausteine der DNA zu verändern.

In einer Studie von 2005, die sich auf die Untersuchung dieser Mechanismen konzentrierte, fanden sich bei etwa einem Drittel der Zwillingspaare unterschiedliche, sogenannte epigenetische Muster. Dagegen wiesen zwei Drittel der insgesamt 80 Zwillinge im Alter zwischen drei und 74 Jahren identische Profile auf.

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Quellen:

  • Fraga u.a., Epigenetic differences arise during the lifetime of monozygotic twins, 2005 Jul 26;102(30):10604-9. Epub 2005 Jul 11, www.ncbi.nlm.nih.gov (Abrufdatum 9.2.2015)
  • George M. Martin, Epigenetic drift in aging identical twins, Proc Natl Acad Sci U S A. 2005 Jul 26; 102(30): 10413–10414, www.ncbi.nlm.nih.gov (9.2.2015)