Bräuche und Traditionen zur Geburt in Deutschland

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 26. Oktober 2014

Je nach Gegend sind die Bräuche und Traditionen zur Geburt in Deutschland ganz unterschiedlich: Babywelten stellt die lustigen Rituale vor, vom Babypinkeln bis zum "Bixn".

Baby kommen eigentlich überall gleich zur Welt – mit einer Spontangeburt oder per Kaiserschnitt. Doch was zuvor und danach geschieht, das ist in den verschiedenen Kulturen und Ländern ganz unterschiedlich. Sehr unterschiedliche Traditionen und Rituale gibt es bei unserem nördlichen Nachbarn.

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Hier finden Sie die Rituale aus der Schweiz, dem restlichen Europa, Afrika und dem Rest der Welt.

Babypinkeln

Vor allem in Norddeutschland findet nach der Geburt ein kleines Fest unter dem Namen „Babypinkeln“ statt. Ursprünglich sollte mit dem Trinken von Alkohol (vor allem durch den Vater mit seinen Freunden) dem Baby symbolisch geholfen werden, dass es beim ersten Mal „pinkeln“ keine Schmerzen hat.

Manchmal wird mit dem Fest gewartet, bis Mami und Baby zu Hause sind, damit sie mitfeiern können.

Hühnerfest

Nach alter Tradition in Ostberlin schlachtet der frischgebackene Vater mit Freunden, Nachbarn und Verwandten ein Huhn. Die Männer rupfen das Huhn, säubern es und bereiten eine Hühnerbouillon zu.

Männer, die schon Papi sind, erhalten die Bouillon mit Pouletfleisch. Kinderlose Männer dürfen nur von der Bouillonkosten.

Klapperstorch

storch, geburt, geburtstafelIn einigen Gegenden stellen Nachbarn, Freunde oder Verwandte nach der Geburt eines Kindes einen hölzernen Storch (Klapperstorch) in den Garten oder auf das Hausdach des Neugeborenen.

Manchmal hält der Storch im Schnabel ein Baby in einer Windel mit einem Band fest. Ist das Band blau, wurde ein Junge, ist es rosa ein Mädchen geboren. So wird das freudige Ereignis weitum verkündet.

Der Grund dazu liegt im alten Galube, dass der Klapperstorch die Kinder bringe. Diese Folklore hat sich weltweit – bis nach Südamerika und zu den Philippinen – verbreitet.

Wäscheleine

Wiederum in anderen Gegenden spannen Nachbarn, Freunde oder Verwandte eine Wäscheleine an der Hausmauer entlang, auf der gebrauchte Babykleidchen oder Spielsachen aufgehängt werden.

Auch damit wird allen Vorbeigehenden angekündigt, dass hier ein Baby geboren wurde.


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Quellen:

  • Marvin Margolis, Philip Parker: The stork fable − some psychodynamic considerations. In: Journal of the American Psychoanalytic Association 20, Nr. 3, 1972, S. 494–511
  • Geburtsstorch von Herzding-Klapperstörche aus Holz, www.klapperstorch-herzding.de
  • Fotos: Babywelten, Adrian Michel