Soja während der Schwangerschaft und Stillzeit

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 17. Januar 2015

Sojaprodukte enthalten viel Eiweiss, sind aber nicht unumstritten. Grosse Mengen an unfermentierten Sojaprodukten können dem Baby ernsthafte Schädigungen zufügen.

Allergene

Soja ist bekannt als Allergen. Das heisst, es kann Allergien auslösen wie Neurodermitis und Asthma. Bei Birkenpollen-Allergikern können sie zudem schwere allergische Reaktionen auslösen.

Die US Lebensmittelbehörde Food and Drug Administration FDA warnt aber auch vor weiteren Nebenwirkungen wie Blutungen, Blähungen, Verstopfung, Schäden an der Bauchspeicheldrüse, Durchfall, Kropf, Wachstumsstörungen, Müdigkeit, Immunveränderungen, erhöhter Herzfrequenz, Schlaflosigkeit, Darmentzündung, weichem Stuhl, Migräne, Übelkeit, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Wieviel Soja ist gesund?

Ob Sie Soja essen oder nicht, ist Ihre Entscheidung. Die US Lebensmittelbehörde Food and Drug Administration FDA empfiehlt, nicht mehr als 25g Soja pro Tag zu sich zu nehmen - vor allem nicht, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Das entspricht rund 300 g Tofu oder 800 ml Sojamilch.

Auf jeden Fall: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, wenn Sie viel Sojaprodukte zu sich nehmen.

Und: Achten Sie darauf, dass Sie nur Produkte aus biologischem Anbau kaufen. Nur so können Sie sicher sein, dass kein Hexan verwendet wurde (Hexan kann zu Nervenschäden führen) und das verwendete Soja nicht genmanipuliert ist. Über 90% der Sojaprodukte aus den USA stammen beispielsweise aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Eine russische Studie von 2005 hat gezeigt, dass Hamster, deren Mutter während der Schwangerschaft Gen-Soja assen, bis zur 3. Generation unfruchtbar waren.

Fermentierte Produkte

mios, soja, fermentiert, schwanger, stillenDes Weiteren sollten Sie fermentierte Produkte Tempeh, Miso (Foto), Sojayoghurt, Shoyu, Tamari, Natto oder Nattokinase) den nicht fermentierten (Tofu, TVP, Sojamilch, Sojasahne etc.) vorziehen. Diese Produkte werden auch in Asien gegessen, allerdings nur in kleinen Mengen.

Die Giftstoffe, die von Natur aus in der Hülsenfrucht vorkommen und z. B. die Verdauung oder die Aufnahme wichtiger Vitamine behindern können, werden während des Fermentationsprozesses abgebaut. Daher sind fermentierte Sojaprodukte leicht verdaulich und – in sparsamer Dosierung – für die Gesundheit u. U. von Vorteil. Unfermentierte Sojaprodukte aber gelten auch in Asien als nicht unbedingt gesund, auch dann nicht, wenn sie aus Bio-Anbau und Bio-Verarbeitung stammen.

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Quellen:

  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Isolierte Isoflavone sind nicht ohne Risiko, 29. Oktober 2007 www.bfr.bund.de (Abrufdatum 16.1.2015)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Sojaprodukte können bei Birkenpollen-Allergikern schwere allergische Reaktionen auslösen, April 2007, www.bfr.bund.de (16.1.2015)
  • Hughes CL u.a. Effects of genistein or soy milk during late gestation and lactation on adult uterine organization in the rat, 2004 Jan;229(1):108-17, www.ncbi.nlm.nih.gov (16.1.2015)
  • Fit for Fun, Wie gesund ist Soja wirklich? www.fitforfun.de (16.1.2015)
  • Lebensmittelgemeinschaft Basel, Soja, lebensmittelgemeinschaft.ch (16.1.2015)
  • Mayo Clinic, Soy (Glycine max), www.mayoclinic.org (16.1.2015)
  • Soja-Wissen, www.soja-wissen.de (Abrufdatum 16.1.2015)
  • Ty Bollinger, Krebs verstehen und natürlich heilen, Kopp Verlag, Rottenburg 2011 (16.1.2015)
  • Fotos: Wilbanks, Scott Bauer, Fotoos van Robin