Folsäure

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 14. Mai 2016

Folsäure ist sehr wichtig bei Kinderwunsch und während der Schwangeschaft. Das Vitamin hilft, Fehlbildungen zu verhindern (offener Rücken, Gaumenspalte. Aber es sollte nicht übertrieben werden.

Wieviel Folsäure brauche ich?

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt allen Erwachsenen eine Tagesdosis von 400 μg (= 0.4 mg) Folsäure als Vorsorge gegen Mangelerscheinungen. Da Sie als Schwangere vor allem in der Frühschwangerschaft sehr viel mehr Folsäure brauchen, wird Ihnen eine Tagesdosis von 800 μg (= 0.8 mg) empfohlen.

Das heisst, sie sollten sich möglichst folsäurereich ernähren (frisches Gemüse und Früchte, Vollkornprodukte). Zusätzlich aber wird Ihnen auch die Einnahme von 0.4 mg synthetischer Folsäure als Tabletten oder Kapseln empfohlen bis zum Ende des 1. Trimesters.

Wichtig ist, dass Sie bereits rund einen Monat vor der geplanten Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure beginnen. Empfohlen wird, zusätzlich zu einer folsäurereichen Ernährung täglich 400 μg synthetischer Folsäure als Tabletten oder Kapseln zu sich zu nehmen.

Es gibt Medikamente, auf die Folsäure schlecht reagiert, also nicht in vollem Masse vom Körper aufgenommen werden kann. Dies sind vor allem Folsäureantagonisten wie Medikamente gegen Epilepsie (Phenytoin), bestimmte Antibiotika (Trimethoprim = Bactrim, Pyrimethamin) und Antimetaboliten (Methotrexat).

Wenn Sie eines dieser Medikamente nehmen, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme sprechen. Unter Umständen müssen Sie dann eine höhere Dosierung einnehmen.

Was passiert bei einer Überdosis Folsäure?

Es gibt Präparate, die bis zu 1 Milligramm Folsäure enthalten.

Bislang ging man davon aus, dass man gar keine Überdosis Folsäure zu sich nehmen kann. Eine neue Studie jedoch zeigt, dass Babys von Müttern, die extrem viel Folsäure zu sich nahmen, später doppelt so häufig unter einer Form von Autismus litten.
Aus diesem Grunde möchten wir Sie bitten, sich nicht selbst mit Multivitamintabletten zu versorgen, sondern den Empfehlungen Ihrer Ärztin/Ihres Arztes bzw. der Hebamme zu folgen.

Wo kommt Folsäure natürlich vor?

Folsäurereiche Nahrungsmittel sind:

  • Gemüse wie verschiedene Kohlarten (Rosenkohl, Broccoli, Blumenkohl)
  • Nüsslisalat
  • weisse Bohnen
  • Erdbeeren
  • Vollkornbrot. Besonders viel Folsäure haben Weizenkeime und Sojabohnen
  • Leber
Tagesdosis (400 μg) Folsäure ist enthalten in
Weizenkeime 114 g
Sojabohnen 178 g
weisse Bohnen 180 g
Nüsslisalat 250 g
Kalbsleber 333 g
Spinat 417 g
Rosenkohl 409 g
Broccoli 491 g
Erdbeeren 645 g
Blumenkohl 651 g
Vollkornbrot 889 g
Tomaten 1667 g
Kartoffeln 1929 g
Äpfel 3077 g

Folsäure für den Mann

Auch für Männer ist Folsäure wichtig, denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass sich durch die kombinierte Einnahme von Folsäure und Zink die Anzahl Spermien um über 70 Prozent steigern lässt. Ausserdem hat Folsäure einen positiven Einfluss auf die Spermienqualität.

Bitte bedenken sie aber, dass die Spermienproduktion rund drei Monate dauert. Das heisst, Sie sollten mit einer Einnahme von zusätzlicher Folsäure mindestens drei Monate vor dem eigentlichen „Üben für ein Baby“ beginnen.

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Quellen:

  • Broschüre „Folsäure ist unentbehrlich für die normale Entwicklung des Kindes“. Bern: Bundesamt für Gesundheit (BAG), 2008
  • «Stiftung Folsäure Offensive Schweiz», Online-Informationen www.folsaeure.ch (Abrufdatum 2013)
  • Schweizerische Nährwertdatenbank – Bundesamt für Gesundheit, naehrwertdaten.ch (Abrufdatum 1.2013)
  • Tönz O. Das präventive Potential der Folsäure. In: Eichholzer M, Camenzind-Frey E, Matzke A, Amadò R, Ballmer P et al. (eds). Fünfter Schweizerischer Ernährungsbericht. Bundesamt für Gesundheit, Bern, 2005; p. 597–621
  • Bloomberg School’s Wendy Klag Center for Autism and Developmental Disabilities, Too Much Folate in Pregnant Women Increases Risk for Autism, May 11, 2016, www.jhsph.edu (14.5.2016)