Ablauf eines Kaiserschnitts

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 17. November 2014

Bei einem geplanten Kaiserschnitt kann Ihr Partner mit dabei sein. Babywelten erklärt den Ablauf bis zum Bonding.

Der Kaiserschnitt

kaiserschnitt, mutter im operationssaalIm Operationssaal legt der Anästhesiearzt die Peridural-Anästhesie an. Dazu erhalten Sie im Sitzen oder in der Seitenlage entweder eine Spritze oder es wird ein kleiner Katheder in die Nähe des Rückenmarks gelegt. Sobald der Unterleib betäubt ist, wird ihnen evtl. durch die Harnröhre ein Blasenkatheter gelegt. Dabei spüren Sie gar nichts. Während der ganzen Operation werden Ihre Herztöne und Ihr Puls vom Anästhesisten überwacht.

Nun wird Ihr Partner zu Ihnen geführt. Er darf neben Ihrem Kopf, der durch ein Tuch abgeschirmt ist – damit wird der sterile vom nichtsterilen Bereich getrennt – während der ganzen Geburt bei Ihnen sein. Wenn er möchte, kann er kurz aufstehen und einen Blick auf die Arbeit der Ärzte erhaschen.

In Grossbritannien und Deutschland wird neu auch eine Kaisergeburt angeboten, bei der die Eltern zusehen dürfen, wie das Baby aus dem Bauch gezogen wird. Mehr dazu unter Die Kaisergeburt (natürlicher Kaiserschnitt)

Wenn Ihr Unterleib vollständig betäubt ist, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihren Bauch desinfizieren und dann einen dünnen, horizontalen Einschnitt von ca. 12 bis 15 cm Länge in Ihre Haut oberhalb des Schambeins (auch Bikinischnitt genannt) machen.

Die darunter liegenden Schichten (Unterhaut, Bauchmuskeln, Bauchfell und Gebärmutterwand) werden heute nicht mehr durchgeschnitten, sondern sorgfälltig gedehnt (Misgav-Ladach-Methode). Durch die Öffnung wird dann Ihr Baby herausgezogen.

Die eigentliche Geburt dauert nur 5 bis 10 MInuten aber Sie werden mit der ganzen Vor- und Nachbreitung bis zu einer Dreiviertelstunde im Operationssaal sein.

Ihr Baby ist da

geburt mit kaiserschnitt, baby wird herausgeholtVielleicht spüren Sie, wie das Baby aus Ihrem Bauch gezogen wird, ohne Schmerzen zu empfinden. Es ist wie ein Druck - und dann hören Sie den ersten Schrei Ihres Baby und wissen, es lebt. Kaum an der Luft, übergibt der Operateur das Neugeborene der Hebamme und /oder einem Kinderarzt, die es in ein steriles, warmes Tuch wickeln und sogleich zu Ihnen bringen. Sie können Ihr Baby erstmals begrüssen. Danach wird es in einem separten Raum oder auf einem Winkeltisch kurz unteruscht.

Ist Ihr Baby sehr klein oder es geht ihm nicht gut, wird es sofort auf eine spezielle Babystation gebracht. Ihr Partner wird das Baby und die Ärzte dabei begleiten können.

Manchmal benötigt Ihr Baby aber auch nur für wenige Minuten etwas Sauerstoff, den ihm eventuell Ihr Partner geben kann. Auch kann Ihr Partner auf seinen Wunsch die Nabelschur auf die richtige Länge kürzen.

Wenn alles in Ordnung ist, legt die Hebamme das Kind in Ihre Arme, oder, wenn Sie noch zu schwach sind, in jene des Vaters, während die Plazenta entfernt wird und Sie genäht werden. Das nimmt ungefähr 30 Minuten in Anspruch. Jede Muskel- und Hautschicht muss durch Klemmen, Klammern oder Wundklammern geschlossen werden.

Nach der Geburt werden auch nicht alle Gewebsschichten vernäht, sondern nur ganz bestimmte. So heilt die Wunde nach einem solchen „sanften Kaiserschnitt“ schneller und Sie als Mutter werden weniger Schmerzen haben, als wenn die Gebärmutter aufgeschnitten würde.

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Quellen:

  • Bergisches Handeslblatt, Die Kaisergeburt, www.bergisches-handelsblatt.de (Abrufdatum 8.2013)
  • Dr. med. Elke Prentl Chefärztin Geburtshilfe, Departement Geburtshilfe und Gynäkologie, Klinik für Geburtshilfe, Winterthur, www.ksw.ch 3/2012
  • Fotos: © GordonGrand / arztsamui - Fotolia.com