Die Hausgeburt

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 13. März 2013

In der Schweiz sind Hausgeburten selten. Doch gemäss Studie sind sie ebenso sicher wie eine Geburt im Spital, sofern Sie gesund sind und die Schwangerschaft problemlos verlaufen ist.

Hausgeburt

Nur noch selten wird in der Schweiz zu Hause geboren. Rund ein Prozent der Babys kommen in den eigenen vier Wänden zur Welt. Der Grund liegt wohl am erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Paare.

Dennoch, eine Nationalfondsstudie von 1993 kam zum Schluss, dass Hausgeburten ebenso sicher sein können, sofern die Schwangerschaft problemlos verlaufen ist und keine Komplikationen während der Geburt zu erwarten sind. Auch nur in so einem Fall sind Hebammen überhaupt bereit, eine Hausgeburt zu begleiten.

Ablauf einer Hausgeburt

Eine Hausgeburt läuft natürlich vollkommen anders als eine Geburt im Spital ab. Sie können sich frei in der ganzen Wohnung bewegen, vielleicht möchten Sie noch mit Ihren grössern Kindern spielen.

Die eigentliche Geburt findet weniger im Liegen statt. Vielmehr gebären die meisten Frauen zu Hause aufrecht, sodass die Erdanziehungskraft beim Geburtsvorgang mithelfen kann.

Wie bei einer Geburt im Geburtshaus ist eine Geburt zu Hause nur möglich, wenn keine Komplikationen zu erwarten sind: Mehrlingsgeburten, Kinder in Steisslage oder Kaiserschnitte sind natürlich nicht möglich zu Hause zu bewältigen. Auch wird Sie die Hebamme, wenn Komplikationen zu erwarten sind, zu Ihrer Sicherheit und der Ihres Babys noch vor dem eigentlichen Geburtsvorgang in ein Spital überweisen.

Gemäss der Nationalfondsstudie wurden 12% der Frauen, die eine Hausgeburt geplant hatten, noch vor Geburtsbeginn ins Spital verlegt. Jede vierte Erstgebärende wurde nach Geburtsbeginn ins Spital überwiesen. Bei Frauen, die bereits Mütter waren, mussten nur 4% zum Gebären ins Spital.

Vorteile einer Hausgeburt

Frauen, die zu Hause gebären, schildern das Geburtserlebnis viel positiver als jene, die im Spital Ihr Baby zur Welt bringen. Auch haben sie das Gefühl, dass Sie viel mehr zur eigentlichen Geburt beitragen können.

Zudem belegen die Zahlen, dass bei einer Hausgeburt:

  • Weniger künstliche Einleitungen des Geburtsvorganges vorgenommen werden(Hausgeburt 5% - Spitalgeburt 16%)
  • Weniger Schmerzmittel eingesetzt werden(Hausgeburt 17% - Spitalgeburt 46%)
  • Weniger Dammverletzungen passieren (Hausgeburt 62% - Spitalgeburt 80%)

Wenn Sie eine Hausgeburt möchten…

..dann sollten Sie folgendes beachten:

  • Kontaktieren Sie bereits früh während Ihrer Schwangerschaft eine frei praktizierende Hebamme, damit sich ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen kann – empfohlen wird zu Beginn des 2. Trimesters. Die Hebamme wird Sie auch durch die Schwangerschaft begleiten und die Vorsorgeuntersuchungen durchführen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Partner über seine Einstellung und, falls er sich die wichtige Rolle des Geburtspartners nicht zutrauen will, bzw. sich vor der Verantwortung fürchtet, kontaktieren Sie rechtzeitig einen anderen Geburtspartner (Mutter, Schwester, Freundin oder eine Doula).
  • Eine Hausgeburt ist nur bei einer problemlosen Schwangerschaft möglich, Sie sollten Ihren Körper gut kennen und sich sicher sein, dass Sie Schmerzen aushalten können.
  • Wenn Sie bereits Kinder haben, organisieren Sie frühzeitig einen Ort, wo die Kinder sich während der Geburt aufhalten können – evt. müssen Sie dort auch übernachten.
  • Planen Sie eine Wassergeburt oder möchten Sie andere Hilfsmittel nutzen wie „Majahocker“ etc. klären Sie die Anmietung rechtzeitig mit Ihrer Hebamme.
  • Besprechen Sie mit Ihrer Hebamme rechtzeitig, was alles vor Ort sein sollte. Tücher, Windeln, etc.

Kosten

Die Kosten für die Hausgeburt werden übernommen. Zudem wird die Betreuung durch Ihre Hebamme am Wochenbett während 10 Tagen nach der Geburt übernommen – mit ärztlichem Zeugnis kann sie verlängert werden. Auch zahlt die Krankenkasse drei Stillberatungen.

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Quellen:

  • Nationalfondstudie „Haus oder Spitalgeburt“ 1993