Geburt einleiten: Welche Methoden gibt es?

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 23. März 2014

Wenn das Baby auch nach SSW 41 noch nicht kommen will, könnte die Geburt eingeleitet werden. Babywelten zeigt auf, welche Möglichkeiten es gibt.

Mechanische Methoden

Früher waren auch mechanische Methoden, wie die Eipollösung/Zervix-Stipping oder die künstliche Eröffnung der Fruchtblase (Amniotomie) zur Geburtseinleitung verbreitet.

Eipollösung / Zervis-Stripping: Während der vaginalen Untersuchung wird der innere Muttermund mit dem Finger von den Eihäuten gelöst. Dabei wird das Hormone Prostaglandine ausgeschüttet, das eine Reifung des Muttermundes bewirken und so zu Wehen führen kann. Studien haben gezeigt, dass Frauen, die nach dem errechneten Geburtstermin ein Zervix-Stripping erhielten, weniger oft mit Medikamenten eingeleitet wurden. Allerdings kann diese Methode schmerzhaft sein und leichte, aber unbedenkliche Blutungen auslösen.

Aufgrund der Wirksamkeit und der vergleichsweise harmlosen Nebenwirkungen sollte diese Methode nach Möglichkeit bereits vor einer Einleitung mit Medikamenten durchgeführt werden. Sprechen Sie mit Ihrer Fachperson darüber.

Amniotomie. Dabei führt Ihre Hebamme, Ihre Ärztin/Ihr Arzt einen kleinen Plastikhaken durch die Scheide in den vorderen Bereich der Gebärmutter und sticht dort ein kleines Loch in die Fruchtblase. So kann das Fruchtwasser ablaufen, was die Gebärmutter stimuliert. Dies kann jedoch sehr schmerzhaft sein.

Untersuchungen zeigten, dass es nach der Öffnung der Fruchtblase sehr viel schneller mit der Geburt voranging. Allerdings kam es auch häufiger zu Notkaiserschnitten, weshalb diese Methode heute nur noch selten angewendet wird.

Wie erlebe ich die künstlich ausgelöste Wehen?

Nach der Einleitung bleiben Sie im Spital und werden gut überwacht, damit sicher ist, dass es Ihnen und dem Baby gut geht. Sie werden wahrscheinlich während längeren Perioden an den CTG angeschlossen sein, damit die Herztätigkeit des Babys und Ihre Wehentätigkeit verfolgt werden kann.

Leider sind künstliche Wehen oftmals schmerzhafter als natürliche Wehen und führen häufiger zu Komplikationen. So endet nicht selten eine Geburtseinleitung bei einem Notkaiserschnitt, vor allem, wenn es sich um Erstgebärende handelt.

Wegen den Schmerzen werden nach der Induktion häufiger schmerzstillende Massnahmen angewendet, auch sind Saugglocken oder Zangengeburten häufiger.

Zeitpunkt der Weheneinleitung

Offenbar ist es sinnvoller, die Wehen am Morgen als am Abend einzuleiten. Wissenschaftler der University of Adelaide in Australien fanden heraus, dass eine Induktion am Morgen dem natürlichen Rhythmus am ehesten entspricht. So kann es noch am Abend, spätestens in den Morgenstunden des nächsten Tages zur Geburt kommen. Auch sind weniger Komplikationen zu erwarten.

Die Untersuchung wurde mit 620 Schwangeren, die ab Schwangerschaftswoche 37 eingeleitet haben und deren Baby immer in Geburtsposition war, gemacht. Das Ergebnis war eindeutig. Die Frauen, bei denen am Morgen die Wehen eingeleitet wurden, brauchten viel weniger noch zusätzlich eine Infusion mit Oxytocin als Frauen, deren Geburt abends eingeleitet wurde. Auch war die Dauer der Wehen kürzer und der Einsatz von Zange oder Saugglocke konnte um die Hälfte reduziert werden.

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Quellen:

  • Christof Plothe: Die perinatale Gabe von Oxytocin und deren mögliche Konsequenzen auf die Psyche des Menschen, International Journal of Prenatal and Perinatal Psychology and Medicine, Band 21, Nr. 3/4, Mattes Verlag Heidelberg, 2009
  • Dodd, J. et al.: Obstet. Gynecol. 108 (2006), S. 350-360
  • Irene Hösli, Olav Lapaire, Cora Voekt: Welche Einleitungsmethode ist die beste? – Ein Vergleich. Hebamme 2009; 22(4): 210-215
  • Gülmezoglu AM, Crowther CA, Middleton P.: Induction of labour for improving birth outcomes for women at or beyond term. Cochrane Database Syst Rev. 2006 Oct 18;(4): CD004945.
  • Julia Wölker: Vergleichende in vitro-Studie zur Relaxationswirkung von Atosiban, Glyceroltrinitrat und Nifedipin auf das Myometrium von prämenopausalen Frauen (mit klinischem Bezug zur Dysmenorrhoe), Dissertation, Medizinische Fakultät der Charité, Universitätsmedizin Berlin.
  • Prof. Dr. med. Daniel Surbek Ordinarius und Chefarzt Geburtshilfe Universitätsklinik fü Frauenheilkunde Inselspital Bern, EDITORIAL, GYNÄKOLOGIE 6/2008, www.rosenfluh.ch
  • Sanchez-Ramos L, Olivier F, Delke I, Kaunitz AM.: Labor induction versus expectant management for postterm pregnan-cies: a systematic review with meta-analysis. Obstet Gynecol 2003; 101: 1312–8.