Ok oder tabu? Chemie im Haushalt und Garten

  • Autor: Redaktion Babywelten
  • Veröffentlicht am 7. Juni 2014

Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie möglichst alle Umweltgifte und Chemikalien aus Ihrem Umfeld entfernen.

Kunststoff und Kosmetika

Die Weichmacher (Phtalate) in Kunststoff und Kosmetika können Frühgeburten auslösen.

US-Forscher haben herausgefunden, dass bei Frauen, die eine Frühgeburt hatten, einige Phtalate wie DEHP, MEHP, MBP oder MECPP in höherer Konzentration im Urin vorhanden sind. Bei der höchsten Belastung des Urins bestand statistisch ein dreieinhalb bis fünfeinviertel höheres Risiko, eine Frühgeburt zu erleiden.

Noch aber fehlen Untersuchungsergebnisse, ob diese Frauen keine Frühgeburt erlitten hätten, wenn sie auf Kosmetika verzichtet und ihre Ernährung auf mehr frische Produkte umgestellt hätten.

Phtalate sind fast überall vorhanden in: Plastikgegenständen, Kunststoffverpackungen, Deos, Medikamenten oder Kosmetika. Schon länger hat man herausgefunden, dass Weichmacher in menschlichen Körpern eine hormonähnliche Wirkung haben können.

Renovieren, malen oder tapezieren

Über die Hälfte aller werdenden Eltern wollen vor der Geburt ihres Babys noch rasch ein Zimmer renovieren - oder auch nur neu anstreichen.

Experten raten Ihnen jedoch davon ab: Kleinkinder sollten generell in den ersten zwei Lebensjahren nicht in frisch gestrichenen oder sonstwie renovierten Räumen leben. Denn ihr Immunsystem ist noch nicht so stark, dass es auf Dauer den für uns Erwachsene vielleicht unbemerkt entweichenden Dämpfen aus Farbe und Klebstoffen widerstehen kann.

Auch Sie selbst sollten während der Schwangerschaft nicht mit frischer Wandfarbe, Bodenkleber und Spanplatten hantieren, um Ihr Baby nicht zu gefährden. Diese Materialien setzten Dämpfe frei, die eine gesunde Entwicklung der Immunabwehr behindern können, haben Experten des Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig herausgefunden.

Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft mit solchen Chemikalien hantierten, sind gemäss Studie später anfälliger für Neurodermitis, allergisches Asthma oder Heuschnupfen.

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Quellen:

  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ, Allergien durch Chemie, www.ufz.de (Abrufdatum 8.2013)
  • Shruthi Mahalingaiah, Stacey A. Missmer, Arnab Maity, Paige L. Williams, John D. Meeker, Katharine Berry, Shelley Ehrlich, Melissa J. Perry, Daniel W. Cramer, Russ Hauser, Association of Hexachlorobenzene (HCB), Dichlorodiphenyltrichloroethane (DDT), and Dichlorodiphenyldichloroethylene (DDE) with in Vitro Fertilization (IVF) Outcomes, Environ Health Perspect. 2012 February; 120(2): 316–320. Published online 2011 August 29. doi: 10.1289/ehp.1103696, www.ncbi.nlm.nih.gov (25.11.2013)